Das Bochumer Westend ist schon seit vielen Jahren bekannt für seine Vielzahl an Nachbarschaftsprojekten – auch im Jahr 2026 war die Nachfrage wieder beeindruckend.
Unter dem Motto „Liebenswerte Lebenswelten selbst erschaffen!“ wurden alle Menschen aus Griesenbruch, Goldhamme und Stahlhausen im Januar aufgerufen, ihre Projektidee bei der Stadtteilkoordination Westend einzureichen. Die Westendfonds sind ein Baustein der städtischen Verstetigungsarbeit im Quartier und sollen helfen, bürgerliches Engagement und das nachbarschaftliche Miteinander zu unterstützen. Bis zum Einsendeschluss Mitte März wurden insgesamt 25 Projektideen eingereicht. „Ein echtes Erfolgsmodell“, so Stadtteilkoordinator Sebastian Mehring, der in den letzten Jahren über 80 Kleinprojekte persönlich betreut hat. „Leider mussten bei der hohen Nachfrage ein paar Projektträger leer ausgehen. Die angefragten 24.300 Euro überstiegen das Volumen des Fördertopfes um fast 10.000 Euro“, so der Projekthelfer. Über die Mittelvergabe entschied, wie auch in den vergangenen Jahren, der Westend-Beirat, bestehend aus elf Menschen aus dem Stadtteil, die stellvertretend für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen das Westend vertreten. „Im Rahmen der Beiratssitzung musste viel gerungen und diskutiert werden, einige Projekte mussten wir leider gänzlich ablehnen, andere bekamen nur einen Teil der angefragten Mittel bewilligt. Nur so konnten wir möglichst vielen Projektideen eine Starthilfe geben“, so Beiratsmitglied Andrea Olbrich, die als Leitung des Familienzentrums St. Viktoria die Belange der Kita-Kinder im Westend vertrat.
Insgesamt 20 Projekte dürfen nun in diesem Jahr an den Start gehen, die Palette der eingereichten Ideen ist bunt und breit gefächert: Das kreative Kollektiv rund um das Schaubüdchen will seinen Außenbereich verschönern, es finden ein Mal- und ein Kreativkurs für Menschen mit Migrationsgeschichte statt. Die Initiative Botopia darf sich für Gastvorträge und Filmabende einen neuen Beamer anschaffen, der Gemeinschaftsgarten an der Maarbrücke plant eine Käferhecke für mehr Biodiversität. Außerdem unterstützt der Westendfond die Projektidee eines großen St. Martinsumzuges Anfang November, einen Kneipen- und Fußballnachmittag für demenzerkrankte Menschen und einen mehrwöchigen Poetry Workshop, bei dem Kita-Kinder und Senioren des St. Marienstift gemeinsam dichten, reimen und sich kreativ austauschen. In jedem Projekt steckt, neben der guten Idee, auch viel ehrenamtliches Engagement, Herzblut und die Freude mit den Menschen im Quartier etwas anzupacken. „So entsteht viel soziales Miteinander, Gemeinschaft und eine liebenswerte Lebenswelt, in der wir alle gerne wohnen und vor allem gerne leben möchten“, so Stadtteilkoordinator Sebastian Mehring, der bis Ende November die 20 Projekte begleitet und berät.
